Wer eine Website betreibt – ob privat, gewerblich oder öffentlich – unterliegt in Deutschland klaren gesetzlichen Pflichten. Seit dem Inkrafttreten neuer Regelungen wie dem Barrierefreiheitsstärkungsgesetz und dem Digitale-Dienste-Gesetz (DDG) in 2024/2025 gelten striktere Standards.
Dieser Blog erklärt, welche rechtlichen Anforderungen du 2025 unbedingt beachten musst – ob als Gründer, Unternehmen oder Webdesigner.
Impressumspflicht – Pflicht für fast alle Seitenbetreiber
Das Impressum ist laut § 5 DDG und § 55 RStV Pflicht für alle geschäftsmäßigen Websites – also nicht nur Unternehmen, sondern auch Freelancer, Blogs mit Werbung oder Vereine.
Das Impressum muss:
- leicht erkennbar, unmittelbar erreichbar & ständig verfügbar sein
- folgende Infos enthalten:
- Name & Anschrift
- Rechtsform & Vertretungsberechtigung
- Kontaktdaten (Telefon, E-Mail)
- USt-ID oder Steuernummer (falls vorhanden)
- Handelsregistereintrag (falls vorhanden)
Fehlerhafte oder fehlende Impressen führen oft zu Abmahnungen – mit Kosten im drei- bis vierstelligen Bereich.
Datenschutz & Cookie-Regelung – DSGVO & TTDSG
Datenschutzerklärung
Die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) schreibt vor, dass Nutzer vollständig über Art, Umfang und Zweck der Datenverarbeitung informiert werden müssen.
Beispiele:
- Nutzung von Google Fonts, Analytics, Contact Forms, Newsletter-Tools
- IP-Tracking oder Cookies
Cookie-Banner (TTDSG-konform)
Seit 2022 gilt das Telekommunikation-Telemedien-Datenschutz-Gesetz (TTDSG):
- Tracking- & Marketing-Cookies sind opt-in-pflichtig
- Einfache Information reicht nicht – es muss eine echte Auswahl (Zustimmen/Ablehnen) vorhanden sein
Ein rechtskonformer Cookie-Consent-Banner ist Pflicht – nicht nur ein Nice-to-have.
Barrierefreiheitspflicht – neu für viele Unternehmen ab 2025
Für öffentliche Stellen
Schon seit Jahren sind Behörden, Schulen oder Städte verpflichtet, ihre Webangebote barrierefrei zu gestalten (BITV 2.0).
Neu ab 28. Juni 2025: BFSG für Unternehmen
Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) verpflichtet ab diesem Stichtag viele private Anbieter – darunter:
- Online-Shops
- Banken, Versicherungen
- E-Book-, Medien- und Ticket-Anbieter
- Portale mit Buchungs- und Zahlungsfunktionen
Vorgaben:
- Umsetzung nach EN 301 549 / WCAG 2.1 AA
- Bereitstellung einer Barrierefreiheitserklärung
- Einrichtung einer Feedback-Möglichkeit für Nutzer
Die Übergangsfrist für bestehende Systeme endet 2030 – neue Websites müssen ab Juni 2025 sofort barrierefrei sein.
Weitere rechtliche Anforderungen
Urheber- & Markenrecht
Alle Texte, Bilder, Logos und Grafiken müssen lizenzrechtlich einwandfrei verwendet werden. Auch Fonts oder Plugins dürfen nicht beliebig eingebunden werden.
AGB & Widerrufsbelehrung (bei Shops)
Online-Shops benötigen rechtskonforme AGB, Widerrufsregelungen und Pflichtinformationen nach EGBGB und BGB.
Wettbewerbs- & Spamrecht
- Newsletter nur mit Double-Opt-In
- Keine Werbung ohne vorherige Einwilligung
- Externe Links müssen als solche erkennbar sein
Optional: Gewerbeanmeldung
Sobald deine Website eine dauerhafte gewerbliche Tätigkeit darstellt (auch Affiliate oder Google Ads), brauchst du ggf.:
- Gewerbeschein
- USt-ID im Impressum
- Steuerliche Anmeldung
Technische Standards: Ergonomie & Usability
Auch wenn nicht gesetzlich verpflichtend, sind die folgenden Standards empfehlenswert:
- ISO 9241 (Benutzerfreundlichkeit, Navigation)
- Mobile First & Responsive Design
- Page Speed & technische Wartbarkeit
✅ Checkliste für rechtssichere Webseiten
- Pflicht für alle geschäftlichen Seiten.
- DSGVO-konform, verständlich und vollständig formuliert.
- Opt-in für nicht-essenzielle Cookies (TTDSG).
- BFSG / EN 301 549 für viele Unternehmen verpflichtend.
- Nur lizenzierte oder eigens erstellte Medien verwenden.
- AGB, Widerrufsrecht und Pflichtinformationen erforderlich.
- Nur mit Opt-in (Double-Opt-in), keine unerlaubte Werbung.
- Google Fonts, Maps, Analytics & Co. korrekt eingebunden.
Fazit
Wer 2025 in Deutschland eine Website betreibt, muss zahlreiche rechtliche Vorgaben einhalten. Besonders durch das neue Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) wird die Verantwortung größer – und die Risiken bei Verstößen ebenfalls.
Ob Datenschutz, Barrierefreiheit oder Impressum – rechtssichere Webprojekte schützen dich vor Abmahnungen und verbessern gleichzeitig das Nutzererlebnis.
Tipp: Hole dir fachkundige Unterstützung bei der Planung, Konzeption und Umsetzung – so bleibt dein Webauftritt nicht nur sichtbar, sondern auch rechtlich sicher.



